iPod im Auto hören

Eine musikalische Leidensgeschichte mit Happy-End

Wie viele andere auf der Welt habe ich mir einen iPod gegönnt. Im Dezember 2006 erstand ich im Apple-Online-Shop einen brandneuen Linksymbol iPod nano mit 8 GB (2. Generation). Endlich keine CDs mehr auf langen Autofahrten vergessen können - dachte ich zumindest vorab.

Und schon sitze ich voller Freude in meinem nicht allzu alten Auto (Baujahr 2002) mit einem ebenso neuen Autoradio (Baujahr 2002). Weit und breit keine Buchse, wo so etwas wie ein iPod anzuschließen wäre. Auch auf der Rückseite entdeckte ich nichts, als ich das Gerät suchend ausbaute. Aber ich verzagte nicht und klickte ein weiteres Mal in den Apple-Online-Shop, wo FM-Transmitter diverser Hersteller angeboten werden. Ein derartiger FM-Transmitter ist nichts anderes als ein extrem schwacher UKW-Sender, dessen "Sendung" wiederum von der Antenne des Autoradios empfangen und von letzterem wiedergegeben wird. Und senden sollte der zu beschaffende FM-Transmitter nichts anderes als die in meinem iPod abgespielte Musik. Soweit meine theoretischen Vorüberlegungen.

Interessiert las ich mir diverse Kundenbewertungen im Apple-Online-Shop durch. Leider wurde ich nicht besonders schlau daraus, denn die Meinungen der Kunden klafften bei ein und demselben Gerät weit - um nicht zu sagen so weit es überhaupt geht - auseinander. Waren einige Kunden absolut begeistert von einem bestimmten FM-Transmitter, gab es gleichzeitig auch solche, die denselbigen Mini-Sender als "absoluten Müll" bezeichneten, der weder sein Geld noch die Zeit ihn anzuschließen wert sei. Und das las ich bei so ziemlich allen angebotenen FM-Transmittern. Ich lies mich nicht entmutigen, und ermutigt durch das 14-tägige Rückgaberecht bestellte ich mir einen

Linksymbol Monster iCarPlay Wireless Plus II.

Leider wurde ich bei der ersten Autofahrt mit dem neuen Teil arg enttäscht. Ich möchte nun nicht derart derbe Worte mancher Kundenrezensionen gebrauchen, aber gute Musik kam wirklich nicht aus meinen Autolautsprechern. Eher ein von benachbarten und wesentlich stärkeren Radiosendern überlagertes Rauschen mit etwas Musik meines iPods im Hintergrund. Der Signalpegel des Monster war schwächer als derjenige eines schwachen Radiosenders. Also schickte ich den zumindest vom Namen her monströsen FM-Transmitter wieder an die kooperativen Apple-Leute, die vermutlich dafür in der Zwischenzeit einen anderen Käfer gefunden haben. Interessanterweise konnte ich beim Grund der Rücksendung so ziemlich alles anklicken (Doppelkauf, defekt, usw.), aber ich fand keine Option wie etwa "schlechte Produktqualität".

Um den schnell liefernden (und die Rücksendung durch eine Spedition ebenso schnell abholenden) Apple-Online-Shop nicht über Gebühr zu strapazieren, versuchte ich mein weiteres Glück bei einem "real existierenden Händler um die Ecke". Dem schilderte ich sogleich meine Vorbehalte, also dass ich einen FM-Transmitter nur dann kaufen würe, wenn ich diesen unbeschädigt und originalverpackt innerhalb einiger Tage zurückbringen könne und dann auch mein Geld wieder herausbekäme. Wir einigten uns uns ich erstand im Januar 2007 einen

Linksymbol Kensington RDS-FM-Sender mit Autoladegerät für den iPod,

der - so der O-Ton des Verkäufers - das beste ist, was der Markt derzeit bietet. Dafür kostet das Teil nicht viel weniger als ein neues Mittelklasse-Autoradio. Aber für den Musikgenuss im Auto muss halt etwas hingelegt werden. Naja, ich wollte es selbst in meinem Auto, mit meinem iPod und mit meinen Ohren ausprobieren. Ich war positiv erstaunt von der Sendeleistung und der resultierenden Musikqualität, welche viel besser als mit dem Monster-iCarPlay war. Auch die RDS-Funktion, also dass der Songtitel nebst Interpret im Radiodisplay erscheint, ist ein nettes Gimmick. Aber es scheiterte an den einfachsten Dingen. Irgendwie passte der Stecker nicht ideal in meinen Zigarettenanzünder, den ich als Nichtraucher nie verwende. Während der Monster-Stecker nicht nur fühlbar einrastete, sondern auch mittels roter LED den hergestellten Kontakt signalisierte, gab es beim Kensington keinerlei deratige Anzeichen. Es war ein nerviges Gefummle, dem Kensington-Sender den benötigten Batteriestrom zu beschaffen. Nur in einer Stellung des recht unhandlichen Steckers gab es in meinem Zigarettenanzünder einen Kontakt, und ich musste auch den iPod mehrmals aus- und wieder anschalten, damit dieser überhaupt bedienbar blieb. Schließlich kam das Teil trotz guter Musikqualität und RDS-Textanzeige wieder dortin zurück, wo ich es herhatte. Aber ich hatte mein Geld wieder und war um eine Erfahrung reicher.

Nein, ich wollte mich nicht entmutigen lassen. Es musste doch einen Weg geben, in für mich zufriedenstellender Weise iPod-Musik im Auto zu konsumieren. Also konsumierte ich erneut - und zwar einen weiteren FM-Transmitter der Marke Kensington. Weil ich mit der Musikqualität dieser Marke zufrieden war, nicht aber mit der mechanischer Steckerverbindung, wollte ich mal einen Kensington ohne 12 V-Anschluss testen. Der

Linksymbol Kensington Pico FM Transmitter

ist ein derartiges Gerät, welches die Energie zum Senden dem iPod-Akku entnimmt und damit unabhängig von der Stromversorgung über Zigarettenanzünder ist. Ich ging in ein anderes Um-die-Ecke-Geschäft und beklagte mich erneut über meine Misserfolge bezüglich FM-Transmittern. Auch hier fand ich einen rücknahme- (und nicht nur umtausch-)willigen Verkäufer und nahm den 'Kensington Pico' gleich zu einer Testfahrt mit. Au weh, das Signal war ja so schwach, dass es meine Antenne kaum einfangen konnte. Da kam außer viel Gerausche nur wenig leise Musik aus den sonst "lauten Sprechern". Positiv formuliert war ich wieder um eine Erfahrung reicher. Letztendlich hatte ich kein Geld ausgegeben, keinen FM-Transmitter gekauft, und musste nach wie vor im Auto laut singen, wenn ich meine Wunschmusik beim Autofahren haben wollte.

Das kann die Lösung wohl nicht sein. Aber auf das Abenteuer FM-Transmitter wollte ich mich kein viertes Mal mehr einlassen. Ich rang mich dazu durch, ein zeitgemäßes Autoradio, das heutzutage CD-Receiver heißt, zu erstehen. Das erforderte eine gewisse Entschlusskraft, denn einerseits war mein Autoradio (Baujahr 2002) weder alt noch kaputt, und andererseits konnte ich es über das Lenkrad bedienen und hatte in der Amaturenabdeckung eine eingebaute Anzeige für die Textmeldungen. Diese autofabrikatsspezifischen Funktionen konnte ich mit einem autofabrikatsneutralen Autoradio - pardon: CD-Receiver - nicht mehr nutzen. Aber dafür haben diese Geräte, die nicht viel teuerer sind als der von mir bereits getestete Kensington RDS-FM-Sender, neben einem AUX-Eingang auch die Möglichkeit, einen normalen USB-Stick anzuschließen, oder gar eine mit MP3-Dateien gebrannte DVD (!) abzuspielen. (Ich überlege mir gerade, wie oft man tanken müsste, um eine randvolle MP3-DVD bei ständigem Fahren komplett anzuhören.)

Mittlerweile ist es Anfag März 2007. Nach genauerer Recherche im Internet habe ich mir ein bestimmtes Modell herausgesucht, aber der Verkäfer eines großen Elektrohauses machte mich auf den in jenem Geschäft erst seit einem Tag vorrätigen

Linksymbol CD-Receiver JVC KD-PDR31

aufmerksam, der eine iPod-Steuerung durch das Gerät selbst ermöglicht. Und genau so etwas wollte ich! Kein in der Katalogsprache "optionales" (d.h. separates und mit Zusatzkosten verbundenes) iPod-Interface war notwendig. Ich kann meinen iPod direkt am Autoradio (ich bleibe jetzt bei dieser Bezeichnung) anschließen und über spezielle Menüknöpfe steuern. Die Titel bzw. Interpreten werden im Anzeigefeld des Autoradios angezeigt. Die Musikqualität ist astrein. Über den Dockinganschluss wird korrekterweise der Line-Out-Ausgang des iPods und nicht dessen Kopfhörerausgang zur Verbindung mit dem Autoradio verwendet. Nun steht einem hochqualitativen iPod-Musikgenuss in meinem Auto nichts mehr im Weg!

Zusätzliche Info im Juni 2009: Meinen iPod nano 8GB habe ich immer noch! Aber mein neues Linksymbol iPhone 3G kann ich leider nicht über den JVC KD-PDR31 steuern. Dafür bietet JVC andere Modelle an. Auf Anfrage erhielt ich von JVC eine Linksymbol Kompatibilitätsliste, welche JCV-Receiver mit welchen Apple-Produkten zusammenpassen.


Feedback per e-Mail von Kathy R. am 13.11.2010:
Ihr Artikel über "iPod im Radio hören" ist absolut super. Vielen Dank für die Schilderungen Ihres "Leidensweges" mit Happy End. Ich werde mir nun endlich auch einen iPod anschaffen, damit ich mir die vielen Podcasts während dem Autofahren anhören kann. Aber eben: Wie ist dies zu bewerkstelligen? Ich habe einen Opel Corsa Joy, Jahrgang 2002, nicht mehr ganz neu, aber fährt noch tiptop. Am Radio/CD-Player ist nichts vorhanden, womit man den hübschen iPod anschliessen könnte. Dank Ihrem exakten Bericht weiss ich nun mehr und mache mich ebenfalls auf zur Erkundungstour. Nochmals Danke und freundliche Grüsse aus der Schweiz.

© WebDesign by Johannes Müller - Briefsymbol Kontakt
erstellt am 08.03.2007, zuletzt geändert am 12.01.2015